Jörg Huffschmid zum 80. Geburtstag

Z-Redaktion

Am 19. Februar wäre Jörg Huffschmid 80 Jahre alt geworden. Mehr als zehn Jahre nach seinem Tod – er starb am 5. Dezember 2009 – zeigt der Blick in seine Arbeiten eine erstaunliche Aktualität zu Fragen der Kapitalismusforschung und zur Vitalität des marxistischen Denkens. Jörg Huffschmid war ein enorm produktiver und politisch engagierter marxistischer Wissenschaftler. In dieser Eigenschaft war er jahrzehntelang verbunden mit dem Frankfurter Institut für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF) als Autor, Berater und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts. 1988 verfasste er zusammen mit Heinz Jung die Studie zur „Reformalternative“. In einem (selbst-)kritischen Nachwort, das 1995 in einem Reprint der Studie veröffentlicht wurde, bilanzierte er nüchtern, dass sich die politischen Rahmenbedingungen des damaligen Konzepts radikal verändert und dieses weithin obsolet gemacht hätten. Er unterstrich allerdings auch: „Auf der anderen Seite hat aus meiner Sicht der harte Kern des politischen Konzepts Bestand: die Aufforderung nämlich, linke Politik auf die theoretische Ausarbeitung und politische Durchsetzung praktischer Veränderungen zu konzentrieren, die sich an den Kriterien sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit – weiter an Frieden und Demokratie – orientieren. … Eine theoretisch begründete Alternative hierzu gibt es nach meiner Ansicht … nach wie vor nicht.“ In der politischen Umbruchsituation der späten 1980er Jahre wurde Jörg Anfang 1989 Mitglied des Parteivorstands der DKP, um seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Erneuerung des Marxismus auch politisch zu flankieren. Nach dem Scheitern dieser politischen Ansätze trat er Anfang der 1990er Jahre in die PDS ein. Zugleich war er von Anfang an der Zeitschrift Z eng verbunden und begleitete sie bis zuletzt als Autor und Berater und als Mitglied ihre Redaktionsbeirats. Wir, die Redaktion der Zeitschrift Z, haben Jörg Huffschmid unmittelbar nach seinem Tod in den Ausgaben 81 und 82 (März und Juni 2010) in zahlreichen Beiträgen gewürdigt (http://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/article/101.kapitalismuskritik-heute-joerg-huffschmid-zur-erinnerung.html?fbclid=IwAR1_zqU4lB3JC_WJzr5P1X3zHY5AeJV0v6lNDqU-UQ05KTM_xEel3dQ2ffE). Frank Deppe ist in Heft 107 (2016) rückblickend auf den Beitrag Jörg Huffschmids zur Ausarbeitung eines linken Reformkonzepts eingegangen (http://zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/article/3080.reformalternative-heute.html). Wir veröffentlichen hier noch einmal das Statement Jörg Huffschmids „Die Aktualität des Marxistischen Denkens“, das auf eine Tagung in Lissabon im Jahr 2008 zurückgeht und zuerst in Z 81 (http://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/article/102.zur-aktualitaet-des-marxistischen-denkens.html?fbclid=IwAR3j1VcgByl_xnwk61sCFvaG4aj4mEd51yPKZU0eW9eTS7pGbNg3rE5u7Rw) abgedruckt wurde.