Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung Nr. 77, März 2009 - http://zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/topic/40.ausgabe-77-maerz-2009.html

Soziologisches von und zu Werner Krauss

Helmut Steiner

1.

Zu einem Zeitpunkt, als Ende der 40er Jahre in der DDR die disziplinären Lehrstühle für Soziologie mit dem altersbedingten Ausscheiden oder dem Weggang ihrer Inhaber nicht neu besetzt oder umbenannt wurden und die Soziologie als Wissenschaftsdisziplin von nun an für längere Zeit als „bürgerliche Wissenschaft“ apostrophiert und festgelegt wurde, setzten die Lehrstühle zur Soziologie der Literatur, Künste und des geistigen Lebens nicht nur ihre Tätigkeit fort, z.T. wurden sie sogar erst zu dieser Zeit neu eingerichtet.[1] Hans Mayer hatte in Leipzig einen Lehrstuhl für Literatursoziologie inne und auch für den aus dem Exil heimkehrenden Wieland Herzfelde wurde 1949 ein weiterer Lehrstuhl für Literatursoziologie an der Leipziger Universität eingerichtet. Der aus Mexiko zurückgekehrte Schriftsteller Ludwig Renn übernahm einen Lehrstuhl für Anthropologie an der Technischen Hochschule Dresden, Herbert Gute für Soziologie an der Hochschule für angewandte und bildende Kunst in Berlin-Weissensee und der Komponist Ernst Hermann Meyer lehrte Musiksoziologie an der Leipziger Universität. Der Romanist Werner Krauss (1900 - 1976) erhielt bei der erstmaligen Verleihung des Nationalpreises der DDR 1949 sogar den Nationalpreis – laut offizieller Urkunde – für „seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Literaturgeschichte und Soziologie der romanischen Völker“. In einem Beitrag der „Täglichen Rundschau“ vom 7. August 1949 über „Gelehrte, die in die Deutsche Akademie der Wissenschaften berufen und als Kandidaten für den Nationalpreis benannt wurden“ heißt es u.a.: „Dr. Werner Krauss ... zeichnet sich besonders durch seine philosophisch und soziologisch vertiefte Literaturdeutung aus.“[2] Werner Krauss war damit de facto der erste Soziologie-Nationalpreisträger der DDR. Für lange Zeit blieb er der einzige, erst in den 80er Jahren gab es in der DDR-Geschichte unter veränderten Bedingungen nochmals einen kollektiven Nationalpreis für Soziologen (Kurt Krambach, Manfred Lötsch, Rudhard Stollberg, Rudi Weidig).

Die unterschiedliche Handhabung: Ausgrenzung und wissenschaftliche Kriminalisierung der Soziologie als „bürgerliche Wissenschaft“ im Namen und zur Durchsetzung des Marxismus-Leninismus in den Gesellschaftswissenschaften einerseits und gleichzeitig die Einführung und Anwendung der marxistischen Methode in den Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaften und über die Soziologie andererseits – waren zwei Seiten ein und desselben Prozesses. Sie standen insofern keineswegs im Widerspruch zueinander, wie es zunächst erscheinen mag. Sie waren in den Anfangsjahren natürlich auch eine persönliche Referenz an die genannten Persönlichkeiten, aber keineswegs im notwendigen Widerspruch zur allgemeinen Dogmatisierung, z.T. sogar absichtsvoll darin eingebunden. Soziologie ließ sich als Soziologismus für eine mechanistische Basis-Überbau-Beziehung in den Literatur- und Kulturwissenschaften mißbrauchen. Eine durchgesetzte mechanistische Marxismus-Interpretation legitimierte auf einem Teilbereich (Literatur- und Kulturbereich) in dieser Zeit sogar eine marxistische Soziologie. Es gab in der Sowjetunion in den 20er und 30er Jahren ähnliche Erscheinungen und diesbezügliche Auseinandersetzungen.[3]

2.

Wenn eine oberflächliche, kurzschlüssige Soziologisierung von Basis und Überbau für die Literatur- und Kulturprozesse beabsichtigt war, so ließen sich aber die genannten Persönlichkeiten dafür in dieser vulgarisierten Form nicht vereinnahmen. Es war genau das, womit Werner Krauss bei aller ausdrücklichen Betonung von Basis-Überbau-Relationen in den geistigen Prozessen auf keinen Fall identifiziert werden wollte.

Im Rahmen einer Enquête des Moskauer Instituts für Weltliteratur „M. Gorki“ antwortete er 1966 auf die Frage: „Welches methodologische Problem halten Sie für das wichtigste innerhalb der zeitgenössischen Literaturwissenschaft?“ „Das wichtigste methodologische Problem ist nach wie vor die Bestimmung des Verhältnisses der Literaturwissenschaft zur allgemeinen Ideologie und dieser zum Unterbau der Gesellschaft.“ Und um das nochmals unzweideutig zu bekräftigen, wiederholte er diese seine Antwort auf die folgende zweite Frage: „Worin besteht der Hauptmangel der zeitgenössischen Literaturwissenschaft?“: „Der Hauptmangel in der zeitgenössischen Literaturwissenschaft liegt in dem Ausweichen von den unter I. genannten Problemen.“[4]

Es ging Krauss um ein historisch materialistisches Begreifen und Erklären von Literatur, das unzweideutig als ein soziologischer Zugang zu charakterisieren ist und gleichermaßen für alle anderen Kulturwissenschaften und Künste angewandt werden kann. Und wie dies unzweideutig und nicht mechanistisch zu verstehen ist, zeigte Krauss beispielhaft in seinen literatur-, sprach- und kulturwissenschaftlichen Arbeiten.

Um das Soziologische in Werner Krauss’ Literaturwissenschaft und in seinem Wirken näher zu bestimmen, verdienen m.E. folgende Aspekte hervorgehoben zu werden:

Erstens: Bestimmendes methodologisches Prinzip seiner ureigensten fachwissenschaftlichen Tätigkeit ist niemals eine Beschränkung auf das rein Literarische gewesen. Literatur wird stets als integraler Bestandteil gesamtgesellschaftlicher Prozesse verstanden. Er schrieb nicht schlechthin Geschichte der Literatur, sondern Sozialgeschichte der Literatur. In seiner „Literaturgeschichte als geschichtlicher Auftrag“ (1950) hat er sich von diesbezüglichen soziologistischen Mißverständnissen bei diesem gesellschaftlichen Selbstverständnis von Literaturwissenschaft (streichen) argumentativ abgegrenzt. Die bereits genannte Analogie zur soziologisch geprägten Literaturanalyse, verbunden mit der Abgrenzung von ihrer soziologistischen Dogmatisierung, ist bemerkenswert, da Krauss ihre konkreten Erscheinungsformen in der Sowjetunion der 20er Jahre zu dem Zeitpunkt, wo er diesen Aufsatz 1950 abfasste, kaum gekannt haben dürfte.

Zweitens: Nicht allein die sozialhistorische Fundierung der Literatur in den jeweiligen Basisprozessen ist für Krauss’ Literaturgeschichte charakteristisch, sondern er begreift sie zugleich als in den gesamten geistigen und ideologischen Zusammenhang einbezogen. Besonders wird dies u.a. in seinen Sprachanalysen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren deutlich: „Über den Zustand unserer Sprache“ (1947) und „Über den Standort einer Sprachbesinnung“ (1949). Anders und gleichzeitig ergänzend zu Victor. Klemperers „LTI. Notizen eines Philologen“ behandeln beide – Klemperer wie Krauss – auf der Grundlage ihres persönlichen Antifaschismus die Wirkungen des Faschismus auf das alltägliche-geistige Leben der Gesellschaft am Beispiel der Sprachkultur. Auf Krauss’ Gefängnis-Roman bezogen schreibt ihm daher V. Klemperer am 15. März 1948: „Hast Du endlich meine LTI erhalten? Kuriose Coincidenz der Titelähnlichkeit PLN – LTI, wo keiner nichts vom anderen wußte. Aber das lag eben in der Luft.“[5]

Auch seine Forschungen zur Anthropologie des 18. Jahrhunderts sind Bestandteil seiner Beschäftigung mit der Literatur im Kontext des gesamten intellektuell-geistigen Lebens einer Gesellschaft oder Epoche.[6]

Obwohl – oder gerade weil – die Anthropologie lange Zeit in den marxistischen Gesellschaftswissenschaften noch keinen angemessenen Platz gefunden hat, ist ihre bewußt betriebene Thematisierung durch aktive Antifaschisten wie Ludwig Renn und Werner Krauss in den schwierigen Jahren nach dem Nationalsozialismus und ihrem faschistischen Mißbrauch besonders bemerkenswert. Befaßte sich Krauss entsprechend seines Forschungsgegenstandes am historischen Material der Aufklärung mit der Anthropologie, so griff der aus dem mexikanischen Exil heimgekehrte Schriftsteller Ludwig Renn als Professor für Anthropologie und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts an der TH Dresden unmittelbar in die geistig-politische Überwindung des faschistischen Gedankenguts auf diesem Gebiet ein (u.a. Vorlesungszyklus über „Rasse, Typ und Beschäftigung“, „Geschichte der Anthropologie“).[7]

Drittens: Um auf Krauss zurückzukommen: diese Verankerung der Literatur im gesamten geistigen und ideologischen Zusammenhang begriff er, zugleich in der konkret-historischen Institutionalisierung von Literatur. Seine Arbeiten „Über den Anteil der Buchgeschichte an der literarischen Entfaltung der Aufklärung“, über „Entwicklungstendenzen der Akademien im Zeitalter der Aufklärung“, „Macht und Ohnmacht der Wörterbücher“[8] weisen das geradezu prototypisch nach. Doch er beschränkte sich nicht auf das offensichtliche Organisatorisch-Institutionelle der Literatur. Theoretisch viel interessanter und vor allem in Anspruch und Wirkung weitreichender sind diesbezüglich seine Aufsätze „Das Ende der Generationsgemeinschaft“ sowie „Periodisierung und Generationstheorie“.[9] Hier wurden demgegenüber geistig-intellektuelle Instutionalisierungsprozesse angesprochen. „Angesprochen“ wird als Verb bewußt gewählt, weil die – für die Soziologie fundamentale, brisante und in der marxistischen Literatur kaum thematisierte, geschweige ausgearbeitete – Generationsproblematik mit Ausnahme der Jugendproblematik auf jeden Fall auf die Tagesordnung der geistigen Auseinandersetzung gesetzt und Grundlinien gewiesen wurden. Seine diesbezügliche Auseinandersetzung mit dem Generationen-Konzept von Karl Mannheim verweist ebenfalls auf die bewußt soziologische Herangehensweise der Analyse von Literaturprozessen.

Viertens: Krauss’ soziologisch angelegten Lehrveranstaltungen an der Leipziger Universität (u.a. zur Literaturgeschichte, aber auch über „Geschichte der Soziologie der Nationalidee“ sowie „Soziologie und Geschichte des Nationalbewußtseins“)[10], seine diskutierende und konstruktiv-kritische weltanschauliche, aber auch disziplinär übergreifende Zusammenarbeit mit den Soziologen Heinz Maus, Dolf Sternberger und Alfred Weber sowie mit dem Philosophen Karl Jaspers bei der Redaktion der Zeitschrift „Die Wandlung“ (Heidelberg) unmittelbar nach der Niederlage des Faschismus (noch von Marburg aus)[11], seine Rezension zu Theodor W. Adornos und Max Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“ (1970)[12] sowie sein zeitweise intensiver Briefwechsel mit Herbert Marcuse und Franz L. Neumann, aber auch mit Gottfried Eisermann und Heinz Maus sowie kurz vor seinem Tod mit Wolf Lepenies weisen daraufhin, daß er sich seiner geistigen Nähe und Verwandtschaft zur Soziologie bewußt war, aber auch von seinen Korrespondenzpartnern so gesehen wurde.[13]

Auch die von Manfred Naumann herausgegebenen Tagebuch-Aufzeichnungen von W. Krauss machen seinen soziologisch geprägten Denkstil sichtbar. Beispielsweise bringen die wiederholten Überlegungen und Notizen über die männliche Psyche und das Alter und Altern oder über Verbrechen und Gesellschaft dieses soziologische Herangehen anschaulich und anregend zum Ausdruck.[14] Sein Aufsatz zum Karl-Marx-Jahr 1953 „Marx im Vormärz“[15] fand nach seinem Erscheinen große Aufmerksamkeit, während er im Gefolge bei den Marx-Forschern der DDR unverdientermaßen kaum noch Beachtung fand. Seine bemerkenswerte ideologiekritische Arbeit „Über marxistische Abweichung in älterer und jüngster Zeit“[16] sowie seine hochschulpolitischen Aufsätze „Der Aufstieg unserer Hochschule“ und „Die Universität in der Entscheidung“[17] veranschaulichen nicht nur die Breite seines gesellschaftswissenschaftlichen Horizonts, sondern resultieren aus der Einheitlichkeit seines gesellschaftstheoretischen Konzepts.

3.

Gelebter Antifaschismus, fachwissenschaftliche Kompetenz und überzeugende Darstellung veranlaßten in den ersten Nachkriegsjahren mehrere aus Deutschland emigrierte Wissenschaftler – Krauss war ihnen meist nur durch seinen PLN-Roman und die hochschulpolitischen Aufsätze bekannt – sich vertrauensvoll persönlich und politisch an ihn zu wenden.[18]

Franz Borkenau bat ihn um eine Habilitations-Möglichkeit in Leipzig[19], Ernst Engelberg schrieb 1946 aus Instanbul betreffs seiner Rückkehr und wissenschaftlicher Arbeitsmöglichkeiten.[20] Auch der Soziologe Heinz Maus fragt Krauss aus Mainz bezüglich Arbeitsmöglichkeiten, in diesem Fall in Dresden: „Vielleicht, daß sich dann einige Pläne verwirklichen lassen, die hier wahrscheinlich schon im Ansatz verhunzt würden.“[21]

Und Herbert Marcuse klagt 1947/48 in mehreren Briefen an Krauss über seine schlechten Arbeitsbedingungen in den USA und fragt gezielt: „Ich möchte meine gegenwärtige Stellung so bald wie möglich aufgeben. Das setzt aber voraus, daß ich einen Ruf an eine einigermaßen gute Universität bekomme.“ Und er setzt fort: „Ich versuche alles, um mich über die Entwicklung, besonders in der Ostzone zu unterrichten. Die Zeitungen habe ich, aber das ist wohl nicht genug.“ Und in einem weiteren Brief schreibt er: „Dank für Ihre ‚Forum’-Artikel, will die ‚Einheit’ und andere interessante Zeitschriften ... Gern hätte ich auch Näheres über Ihre Lehrtätigkeit gehört: was lesen Sie? Gibt es gute Kurse über Marxismus?“[22]

Franz L. Neumann, der Autor des „Behemoth“, schreibt Krauss im April 1947: „Sehr verehrter Herr Kollege, ich habe soeben die Lektüre Ihres PLN beendet und es drängt mich Ihnen zu sagen, wie tief mich das Buch beeindruckt hat.“ „Ich war ein wenig aus deutschen Zeitungen über Ihren Lebenslauf orientiert und kenne eine Reihe Ihrer Aufsätze, die ich alle sehr schätze. Ich kann verstehen, daß man aus Marburg (oder aus dem Westen) heraus will. Die geistige Knochenerweichung, vor allem der Heidelbeger Schule, ist mir widerlich. Die Arbeiten von Jaspers und Alfred Weber sind noch schlimmer als unter Weimar. Ob es in Leipzig besser sein wird, weiß ich nicht. Vielleicht ist dort bereits eine Knochenverhärtung eingetreten, die kritisches Denken und Schreiben möglich macht. Leipzig ist meine Universität (ich erlebte dort die Revolution von 1918) und ich habe immer eine sentimentale Vorliebe für die Universität gehabt. Hat Ihr Verleger schon etwas getan, um Ihr PLN hier heraus zu bringen? ... Einen Übersetzer würde ich finden und gern ein Vorwort schreiben ... Ich sandte Ihnen mein Buch „Behemoth. The Theory and Practice of National Socialism“, von dem auch eine deutsche Übersetzung erscheinen wird, und einen Aufsatz „Re-Educating Germans“, mit dem Sie wahrscheinlich einverstanden sein werden.“[23]

Ernst Bloch fragt ihn am 20. Mai 1948 noch aus den USA: „Wie steht es mit den Nazis, wie mit dem Antisemitismus in der Ostzone? ... Sind hier Schwierigkeiten, Inadäquatheiten und so fort erwartbar? Wie steht es mit dem Antisemitismus in der Schule?“[24]

Das heißt – die wenigen, aber charakteristischen Briefstellen belegen es – , daß Werner Krauss zum Gewährsmann für die gesellschaftlichen Verhältnisse in West- und vor allem Ostdeutschland geworden war. Mehr noch, als damaliges Mitglied des Parteivorstandes der SED wurde er dank seiner wissenschaftlichen Autorität und politischen Biographie – auch unbekannterweise – zu einer Vertrauensperson für antifaschistische Intellektuelle im In- und Ausland.

4.

Nach der notwendigen Aufklärung und Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Abstinenz der professionellen Soziologie in den Nachkriegsjahren[25] finden wir Wurzeln soziologischer Traditionslinien, die aber außerhalb der gesellschaftswissenschaftlichen „Kerndisziplinen“ Philosophie, Politische Ökonomie, Geschichtswissenschaft u.a. angesiedelt waren. Statt dessen entfaltete sich marxistisches (fach-)soziologisches Herangehen zunächst in Literatur-, Sprach- und Kulturwisssenschaften. Werner Krauss ist dafür ein herausragendes Beispiel. Die Erschließung dieses Erbes, dieser Traditionslinien liegt bisher nur punktuell vor und steht systematisch noch aus, man denke dabei z.B. auch an Hanns Eisler[26] und Georg Knepler[27].

In der Vorbemerkung zu einer in den ersten Nachkriegsjahren nicht zustande gekommenen Aufsatzsammlung griff Krauss den Gerechtigkeits-Begriff aus der Geschichte des Sozialismus, aber auch der Soziologie, auf und stellte fest: „Wenn vordem der Sozialismus als ein utopischer Gerechtigkeitswahn verworfen wurde, so tadelt man heute seine verwirklichte Praxis, weil sie die Gerechtigkeit vermissen lasse. Der Marxismus hat aber Gerechtigkeit seinen Gegnern niemals verweigert. Es gilt keine andere und gerechtere Wahrheit über die bürgerliche Gesellschaft als die Enthüllung ihrer Bewegungsgesetze, die der Marxismus an die Sonne gebracht hat. Im Marxismus hat das Bürgertum seinen Spiegel gefunden. Es ist nicht die Schuld des Spiegels, wenn der Gespiegelte sich schaudernd vor seinem Abbild zurückzieht.“[28]

Wie wahr!

[1] Vgl. H. Steiner, Zur Soziologie des Neubeginns nach 1945 in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. In: Jahrbuch für Soziologie und Sozialpolitik 1988, Berlin 1988, S. 228-241; auch in: Ch. Cobet (Hrg.), Einführung in Fragen an die Soziologie in Deutschland nach Hitler 1945-1950, Frankfurt/M. 1988, S. 76-94.

[2] Nachlaß Werner Krauss der Akademie der Wissenschaften der DDR, jetzt: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (im folgenden: NWK), Blatt 37 und 39.

[3] Vgl. u.a. O. Wlassowa, Zur Entwicklung der Kunstsoziologie in der sowjetischen Wissenschaft, in: Weimarer Beiträge, 1982, H. 3, S. 144-151.

[4] Sechs Fragen des Instituts für Weltliteratur „A.M. Gorkij“ (P.V. Paliersky) an Werner Krauss. 30.12.1966, NWK.

[5] NWK, Briefwechsel; vgl. Victor Klemperer, LTI. Notizen eines Philologen. Berlin 1947; W. Krauss, PLN. Die Passionen der halykonischen Seele. Roman. Berlin 1980 (1. Auflage 1946, geschrieben im Gefängnis 1943/44 in Fesseln).

[6] W. Krauss, Zur Anthropologie des 18. Jahrhunderts. Die Frühgeschichte der Menschheit im Blickpunkt der Aufklärung. Hrsg. von H. Kortum u. Ch. Gohrisch, Berlin 1978.

[7] Archiv der Technischen Universität Dresden: Personal- und Vorlesungsverzeichnisse 1945-1950.

[8] W. Krauss, Zur Dichtungsgeschichte der romanischen Völker, Leipzig 1965, S. 5-23, 194-313; W. Krauss, Die Innenseite der Weltgeschichte. Ausgewählte Essays über Sprache und Literatur, Leipzig 1983, S. 163-177.

[9] W. Krauss, Die Innenseite der Weltgeschichte, a.a.O., S. 77-108; W. Krauss, Literaturtheorie, Philosophie und Politik. Das wissenschaftliche Werk W. Krauss, Bd. l, Hrsgg. von M. Naumann, Berlin 1987, S. 399-409 (vgl. die Rezension von K. Barck, Die Dialektik ist nicht beliebig. Zum Erscheinen des ersten Bandes der Werner-Krauss-Werkausgabe, in: Weimarer Beiträge, 1986, H. 8, S.1397-1404.

[10] Personal- und Universitätsverzeichnis der Universität Leipzig.

[11] NWK, Briefwechsel.

[12] W. Krauss, Literaturtheorie, Philosophie und Politik, a.a.O., S. 343-346 (1970).

[13] NWK, Briefwechsel.

[14] W. Krauss, Vor gefallenem Vorhang. Aufzeichnungen eines Kronzeugen des Jahrhunderts. Hrsgg. von M. Naumann, Frankfurt/M. 1995.

[15] W. Krauss, Literaturtheorie, Philosophie und Politik, a.a.O., S. 433-484.

[16] Ebenda, S. 414-432.

[17] Ebenda, S. 357-376.

[18] NWK, Briefwechsel.

[19] Brief von Franz Borkenau an Werner Krauss vom 17.12.1945, NWK, Briefwechsel.

[20] Brief von Ernst Engelberg an Werner Krauss vom 29.08.1946, NWK, Briefwechsel.

[21] Briefe von Heinz Maus an Werner Krauss vom 22.10.1947, 22.12.1948, ohne Datum aus dem Jahre 1948, NWK, Briefwechsel.

[22] Briefe von Herbert Marcuse an Werner Krauss vom 08.07.1947, 27.08.1947, 28.08.1947, 28.11.1947, 28.01.1948 und 17.05.1948, NWK, Briefwechsel.

[23] Briefe von Franz L. Neumann an Werner Krauss vom 15.04., 02.06., 01.07., 11.09., 13.11.1947, 03.02., 06.03.1948, NWK, Briefwechsel.

[24] Briefe von Ernst Bloch an Werner Krauss vom 20.02., 04.04., 16.05., 08.07. 1948, NWK, Briefwechsel.

[25] H. Steiner, Zur Soziologie des Neubeginns ..., a.a.O.

[26] Vgl. H. Eisler, Reden und Aufsätze. Eine Auswahl. Leipzig 1961: T.W. Adorno, H. Eisler, Komposition für den Film. Textkritische Ausgabe von E. Klemm. Leipzig 1977; H. Eisler; Johann Faustus. Hrsgg. von H. Bunge. Berlin 1983; J. Schebera, Hanns Eisler im USA-Exil. Berlin 1978; J. Münz-Koenen, ‘Johann Faustus’ – ein Werk, das Fragment blieb, und eine Debatte, die Legende wurde. In: Werke und Wirkungen. DDR-Literatur in der Diskussion. Leipzig 1987, S. 256-3055.

[27] Vgl. G. Knepler, Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. 2 Bd., Berlin 1961; G. Knepler, Geschichte als Weg zum Musikverständnis. Zur Theorie, Methode und Geschichte der Musikgeschichtsbeschreibung. Leipzig 1977.

[28] W. Krauss, Literaturtheorie, Philosophie und Politik, a.a.O., S. 6.

Dieser Artikel ist erschienen in Z. Nr. 77, März 2009

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