02.04.2021

Fleisch und Kapital (Donnerstag, 22.04.2021 * 19 Uhr )

Trotz aller Skandale bleibt die Macht der Fleischindustrie ungebrochen. Warum das so ist und wie es sich ändern ließe

Vor 90 Jahren hat Bertolt Brecht das Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ geschrieben. Die darin geschilderten Zustände erinnern beklemmend an Berichte, die jüngst über den Fleischkonzern Tönnies und andere derartige Betriebe zu lesen waren. Als Reaktion darauf trat im Januar 2021 das „Arbeitsschutzkontrollgesetz“ in Kraft. In jüngster Zeit wird zudem diskutiert, die Fleischpreise zu erhöhen, um „mehr Tierwohl“ zu erreichen (höhere Mehrwertsteuer, höhere Einkommensteuer, „Tierwohlabgabe“).
In der Fleischindustrie selbst scheint sich indessen wenig geändert zu haben. Wie kann das sein, nachdem seit Jahrzehnten immer wieder Fleischskandale bekannt werden, nachdem die Zahl der Vegetarier und Veganer steigt? Liegt es nur an der Ignoranz der Verbraucher oder stecken dahinter strukturelle Gründe?


Dr. Christin Bernhold
, Wirtschaftsgeographin aus Hamburg, ist der Meinung, dass die eigentliche Ursache tiefer liegt. In der Fleischindustrie lassen sich wie durch ein Brennglas grundlegende Probleme der kapitalistischen Produktionsweise erkennen. Die gesamte Branche ist in wenigen tonangebenden Unternehmen konzentriert, ihr politischer Einfluss ist enorm und ihre Profite basieren auf der massiven Ausbeutung der Arbeiter, der Tiere und der Natur.

Deshalb ist der Kampf für eine Konversion der Fleischindustrie wichtig für die dort arbeitenden Menschen, für die Tiere und die Natur. Er wird aber immer auf den mächtigen Widerstand des Fleischkapitals stoßen.

Die Veranstaltung findet per Videostream mit der Software BigBlueButton statt.
Der Einwahllink:
https://conf.ccc-ffm.de/b/clu-hkg-dx3-dyw

Veranstalter: Club Voltaire und Heinz-Jung-Stiftung.

Christin Bernhold hat zusammen mit Christian Stache einen Artikel „Zur Anatomie der deutschen Fleischindustrie“ veröffentlicht. Abgedruckt in „Z – Zeitschrift Marxistische Erneuerung“, Heft 125, März 2021. www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de

Zuletzt bearbeitet am: 25.03.21